#ohbaby Vorbereitung auf die Geburt

Bald lasse ich auch schon die 35. Schwangerschaftswoche hinter mir. Der Entbindungstermin rückt in greifbare Nähe und wie viele andere Schwangere beschäftige auch ich mich nun immer mehr damit, wie ich mich mental und körperlich wohl am Besten auf die Geburt vorbereiten kann.

Die Auswahl an Dingen zur Geburtsvorbereitung scheint schier endlos 😀 Darum habe ich euch in diesem Beitrag eine Auswahl an Dingen zusammengefasst, die ich selbst für gut befunden habe, für den weiteren Schwangerschaftsverlauf miteingeplant habe oder zumindest mal gerne ausprobieren möchte.

Vor kurzem habe ich außerdem im Rahmen einer Instagram Umfrage nach euren Ratschlägen zum Thema gefragt und habe viele tolle Tipps und persönliche Erfahrungen von euch bekommen, vielen Dank an dieser Stelle dafür 🙂

Die mentale Vorbereitung

… ist meiner Meinung nach der wichtigste Teil der Vorbereitung und darunter fällt ganz viel. Von Lektüre über Vorbereitungsseminare mit dem Partner etc. – aber starten wir mal am Anfang.

Wann ist der beste Zeitpunkt um anzufangen mich mit der Geburt zu beschäftigen?

Eine Frage, die mir ganz oft gestellt wird, auf die es aber keine universelle Antwort gibt. Ich kann nur von mir sprechen – es ist meine zweite Schwangerschaft und ich habe zwei sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht mit der Vorbereitung.

Bei Elias habe ich mich nicht vorbereitet, weder mental noch körperlich. Weder zu Beginn der Schwangerschaft, noch am Ende – noch irgendwannn dazwischen. An 39+1 setzten früh Morgens Wehen ein, die mich sehr schnell, sehr einnahmen, woraufhin ich schnell ins Krankenhaus wollte. Die Geburt dauerte von der ersten Wehe bis zum Ende durch einen sekundären Kaiserschnitt ca 16 Stunden. Ich erlebte die Geburt als überfordernd, mental und körperlich.

Mit der Schwangerschaft von Baby Nummer Zwei fing ich an die vorherige Schwangerschaft und Geburt aufzuarbeiten. Ich wollte „Fehler“ nicht wiederholen und besser vorbereitet sein. Darum startete ich recht früh mir diverses Wissen anzueignen in Form von Lektüre. Aber auch Podcasts und positive Geburtsberichte auf Youtube hörte und schaute ich mir gerne an.

Hier gehts zu einem meiner absolut liebsten Geburtsvideos.

Konkret „angefangen“ habe ich mich mit dem Thema zu beschäftigen als ich ca in der 10. Schwangerschaftswoche war und habe mir sehr gerne (tue es auch nach wie vor noch) den Podcast „Die friedliche Geburt“ von Kristin Graf angehört.

Hypnose, geführte Meditationen und autogenes Training

Ich habe im ersten Trimester, als mich Erschöpfung und Übelkeit plagten, auch gerne kleine geführte Meditationen/ autogene Trainings und Hypnosen zur Entspannung gemacht – damit hatte ich vor der Schwangerschaft überhaupt nichts am Hut, war auch erst ziemlich skeptisch aber hab‘ mich einfach drauf eingelassen und habe sofort festgestellt, dass mir das echt unglaublich hilft mich zu entspannen und zu beruhigen. Ich konnte viel besser einschlafen und es gibt das Ganze auch speziell für die Schwangerschaft, was auch die Bindung zum Baby im Bauch stärkt. (Kann das leider ganz schlecht erklären, empfehle das einfach mal auszuprobieren und vielleicht hat ja jemand ganz ähnlich wie ich dieses „okay wow das ist ziemlich cool“ – Erlebnis 😀 )

All‘ das sind übrigens auch Entspannungstechniken, die man während der Geburt nutzen kann.

Playlist für die Geburt erstellen

Damit hab‘ ich ebenfalls sehr früh in der Schwangerschaft angefangen und es hat mir auch schon in der frühen Schwangerschaft geholfen die Geburt positiv zu visualisieren und von meinem Baby zu träumen. Ich aktualisiere sie immer wieder von Zeit zu Zeit und mittlerweile sind viele schöne Stunden Musik zusammengekommen, die mich wenn’s soweit ist motivieren, runterholen und entspannen lassen.

Wissen ist Macht – die richtige Lektüre

Ziemlich schnell hatte ich auch meine erste Bücherbestellung in den Händen, die ich euch nicht vorenthalten will, da mir jedes einzelne davon unglaublich geholfen hat mich zu informieren und an Sicherheit zu gewinnen.

Meine Wunschgeburt – ist in meinen Augen eine Must Have Lektüre für jede Kaiserschnitt Mama. Egal ob der Kaiserschnitt schon hinter einem oder noch vor einem liegt. Egal ob geplant, sekundär oder Notkaiserschnitt. Ich hatte so viele AHA-Erlebnisse während dem Lesen und konnte dank dessen auch Frieden mit Elias Geburt schließen und Motivation für die bevorstehende Geburt sammeln. Es ist sehr faktenbasiert und auch eine tolle Lektüre für medizinisches Personal.

Hypnobirthing – auch eine riesen Empfehlung meinerseits an jede schwangere Frau, den Partner, etc. um die Physiologie einer Geburt zu verstehen. Es erklärt warum viele Frauen Angst vor einer Entbindung haben, wie sich die Geburtshilfe im Laufe der Geschichte entwickelt hat, uvm. Im Buch werden außerdem Atem-,Hypnose- und Entspannungstechniken erklärt, die die Geburt um ein wesentliches erleichtern sollen, sowohl psychisch als auch physisch.

Deine selbstbestimmte Geburt im Krankenhaus – dieses Buch landet ebenfalls unter meinen Top 3 und wurde von Silvia Dürnberger geschrieben, die auch meinen Geburtsvorbereitungskurs leitet. Es beinhaltet einen informativen Überblick über sämtliche Interventionsmöglichkeiten, die einen im Krankenhaus begegnen können, die Phasen der Geburt, Atemübungen, die Physiologie des Körpers, Gebärpositionen, wie einen der Geburtsbegleiter/Partner bei der Geburt unterstützen kann, das Wochenbett, etc. – wenn ich mich für eines der drei Bücher entscheiden müsste, dann für dieses, da es wirklich alle Themen anspricht und man sich allgemein danach sehr gut informiert fühlt.

Besuchen eines Geburtsvorbereitungskurses

Sehr viele schwangere Frauen stellen sich die Frage ob ein Geburtsvorbereitungskurs notwendig ist oder nicht – klare Antwort: Notwendig um ein Kind zu gebären ist er natürlich nicht – dein Baby wird mit und ohne Vorbereitungskurs auf die Welt kommen. Ein Vorbereitungskurs wird dir auch nicht die Arbeit bei einer Geburt nehmen, aber du wirst ein genaueres Bild davon bekommen was auf dich zukommt und wie du damit umgehen kannst. Nicht zu wissen was auf einen zukommen kann, kann vielleicht beruhigend sein, wird einen aber oft überfordern in dem Moment wo es dann losgeht. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, das bemerkte ich beim Einsetzen der Wehen bei Elias. Ich war maßlos überwältigt von der Wucht mit der sie mich trafen und weil ich nicht vorbereitet war, hatte ich natürlich auch keine Ahnung wie ich mich verhalten soll, was mir eventuell helfen könnte und was genau das Gegenteil bewirken würde. Damals hielt ich reflexartig bei jeder Wehe den Atem an – dümmer hätte man sich rückblickend wirklich nicht anstellen können. Ich lehne mich soweit aus dem Fenster und sage wenn ich damals besser vorbereitet gewesen, wäre der Kaiserschnitt nicht notwendig gewesen, davon bin ich heute überzeugt, denn ich habe aus heutiger Sicht damals viele dumme Entscheidungen während der Geburt getroffen, die ich heute so nie wieder treffen würde. Ich kann also natürlich nur meine persönliche Erfahrungen mitteilen und denen nach empfinde ich einen Geburtsvorbereitungskurs als sehr sehr tolle Vorbereitung, für einen selbst, aber auch für den Partner bzw. Geburtsbegleiter (Mama, Schwester, Freundin, etc.).

Erstellen eines Geburtsplans

Fühlt man sich für die bevorstehende Geburt mental gerüstet, empfehle ich jeder werdenden Mama einen Geburtsplan zu schreiben. „Was will man an einer Geburt planen?“ – mag sich an dieser Stelle, die ein oder andere fragen, aber es gibt tatsächlich sehr sehr viel, dass du während einer Geburt (vor allem im Krankenhaus) entscheiden müssen wirst. Oft ist es einfach klüger Dinge im vorhinein nieder zu schreiben was man möchte und was nicht, denn man bekommt einen ziemlich guten Überblick darüber, worüber man informiert ist und worüber man sich vielleicht noch mehr Informationen holen will. Dann kann man sich überlegen, wie stehe ich zB zu einem routinemäßig gelegtem Venenzugang, Opiaten während der Geburt, gibt es Schmerzmittel, die ich im Falle, dass ich nach ihnen verlange, bevorzuge oder welche die ich komplett ablehne? Bevorzuge ich ein aktives oder passives Plazentamanagement? Welche Medikamente bekommt mein Baby nach der Geburt? Bevorzuge ich im Falle des Falles einen Dammschnitt oder einen Dammriss? Habe ich wünsche bzgl. des Bondings? Kann ich mir vorstellen in einer Geburtswanne zu entbinden? Dieser Geburtsplan ist eine tolle Art sich mit der Geburt zu befassen, auch wenn man den Plan vielleicht überhaupt nicht bei der Hebamme abgibt – oft reicht es einfach sich im vorhinein Gedanken gemacht zu haben und diese Gedanken und Wünsche vielleicht beim Anmeldegespräch in der Klinik anzubringen.

Den Körper vorbereiten

Fühlt man sich mental gut gerüstet, ist man frei von Angst und Sorge im Hinblick auf die Geburt und gefüllt mit Zuversicht, Selbstvertrauen in sich und den eigenen Körper, dann ist man meist auch bereit sich physisch vorzubereiten.

Die meisten körperlichen Vorbereitungsmaßnahmen sollen erst angewendet werden sobald man eine bestimmte Schwangerschaftswoche erreicht hat. Die meisten dieser Vorbereitungen beginnt man erst kurz vor dem Geburtstermin, am besten in Absprache mit einer Hebamme oder dem Frauenarzt. Voraussetzung ist auch immer eine komplikationslose Schwangerschaft – ich rate also eindringlich von Selbstversuchen ab, ohne vorher mit einer entsprechenden Fachperson gesprochen zu haben.

Die Dammmassage

Sie ist nicht jedermanns Sache und in ihrer Wirkung (so wie prinzipiell jede körperliche Vorbereitung auch) umstritten – die einen schwören darauf, die anderen sagen es hätte ihnen rein gar nichts genützt. Ich habe in der 34. Woche damit begonnen und benutze das Öl von Weleda ca 2 mal pro Woche. Noch kann ich mir nicht vorstellen, in wie weit diese Massage tatsächlich nützlich sein soll, da es mir fast nicht möglich scheint die Haut auf diese Dimension der Dehnung vorzubereiten – aber ich könnte mir zumindest auch jetzt schon vorstellen, dass gewisse Inhaltsstoffe im Öl das Gewebe allgemein auflockern, weicher und entspannter machen könnten. Ich lass mich also überraschen und werde berichten 😀

Himmbeerblättertee

Dieser Tee wird bei allen gut ankommen, die gerne Kräutertees trinken. Er enthält viel Kalzium, Eisen und Vitamin C, zudem soll er die Gebärmutter entspannen, den Muttermund und Beckenbodenmuskulatur lockern und generell krampflösend wirken (wird auch bei Regelschmerzen empfohlen). Potentiell kann dieser Tee aber auch Wehen auslösen und die Übergangsphase während der Geburt soll durch regelmäßigen Konsum verkürzt sein. Ab wann der Tee angewandt werden sollte und in welcher Menge, da scheiden sich die Geister und auch die Hebammen. Die einen empfehlen einen Konsum nach der 34. SSW, die anderen erst ab 37+0 dadurch, dass der Tee eben auch Wehen fördern könnte. Die einen empfehlen 1 Tasse pro Tag für eine Woche, anschließend eine Woche Pause und dann wieder 1 Tasse pro Tag – die anderen bis zu 4 Tassen täglich durchgehend bis zum Geburtsbeginn. Am besten also Rücksprache mit der eigenen Hebamme oder dem Arzt halten, damit der Konsum individuell abgestimmt werden kann. Denn Tee erhält man bei jeder Apotheke.

Leinsamen

Ihnen wird eine positive Wirkung auf Schleimhäute nachgesagt. Ab der 35. SSW wird empfohlen zB 1-2 EL Leinsamen mit ins Müsli zu mischen. Das regt unter anderem auch die Verdauung an und kann Wehen im weiteren Verlauf unterstützen. Man sollte nur unbedingt darauf achten auch ausreichend zu trinken, ansonsten haben Leinsamen einen gegenteiligen Effekt und man kann Verstopfung bekommen.

6 Datteln pro Tag

Ein total interessanter Fun-Fact – eine Studie der  University of Science and Technology in Irbid hat bewiesen, dass sich der Muttermund schneller öffnet und Kinder häufiger mit einer intakten Fruchtblase geboren werden, wenn die Mütter 6 Datteln pro Tag ab der 36. SSW gegessen haben. Auch die Austreibungs- und Nachgeburtsphase waren verkürzt im Vergleich zu einer Kontrollgruppe von Frauen, die keine Datteln verzerrten.

Hier gibts genauere Zahlen: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21280989/

Geburtsvorbereitende Akupunktur

Die geburtsvorbereitende Akupunktur ist eine Behandlungsmethode aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) bei der kleine Nadeln in die Haut gesetzt werden. Mittlerweile wird diese Art der Geburtsvorbereitung von vielen Hebammen angeboten. Man fängt ca in der 36. Woche mit der ersten Behandlung an, so dass sich bis zur Geburt insgesamt 3-4 Termine ausgehen, die wöchentlich erfolgen. Eine Einheit dauert ca 20 Minuten und die Kosten pro Behandlung liegen bei ca 25-50€. Studien belegen die Wirkung von geburtsvorbereitender Akupunktur bei Erstgebärenden durch eine deutlich reduzierte Eröffnungsphase. Kommende Woche habe ich meine erste Sitzung und bin schon sehr gespannt was mich erwarten wird 🙂

Und da gibts noch mehr!

Es gibt sooo viele Möglichkeiten sich auf eine Geburt vorzubereiten. Heublumendampfbäder, Zuckerverzicht, Körperl. Anstrengung, Zäpfchen die ebenfalls entspannend wirken, etc. es ist wirklich ein riesiger Kosmos 😀 Ganz wichtig ist nur, wenn man sich vorbereiten möchte, etwas zu finden, dass einem persönlich gefällt. Für manche ist das vielleicht Bewegung von Schwangerenyoga über Aquagymnastik und bei anderen vielleicht genau das Gegenteil, also tiefe Entspannung und Kraft tanken.

In jedem Fall rate ich euch bevor ihr anfangt euch körperlich vorzubereiten, in jedem Fall vorher mit eurem Arzt oder eurer Hebamme Rücksprache zu halten.

Ich stecke gerade mitten in den Vorbereitungen und bin gespannt ob diese mir helfen, dass die Geburt vielleicht schneller, komplikationsloser und mit weniger oder vielleicht sogar gar keinen Verletzungen passieren kann. Am Ende des Tages zählt aber nur, dass ich mein Baby gesund und munter in den Armen halten werde.